Entwickler
Asobo Studio
Release
Oktober 2022
Plattformen
PC, PS5, Xbox Series X/S
Gameplay & Mechaniken
Requiem setzt auf eine Mischung aus Schleichen, Werkzeug-basiertem Rätseln und gezieltem Einsatz von Amicias Schleuder. Feinde — sowohl menschliche Soldaten als auch die allgegenwärtigen Rattenschwärme — erfordern unterschiedliche Taktiken. Licht und Dunkelheit spielen eine zentrale Rolle: Ratten meiden Licht, was Fackeln und Umgebungslichter zum wichtigsten Überlebenswerkzeug macht.
Das Kampfsystem ist bewusst unkomfortabel gehalten. Amicia ist keine Kriegerin — direkte Konfrontation kostet Ressourcen und ist gefährlich. Schleichen, Umleiten und das kluge Einsetzen von Alchemie-Mixturen ist meist der bessere Weg. Das Spiel belohnt Geduld und Beobachtung stärker als Reflexe.
Hugos Fähigkeiten wachsen im Verlauf der Geschichte und erweitern das Gameplay erheblich. Er kann die Rattenschwärme beeinflussen — was in bestimmten Passagen vom Überlebenswerkzeug zur offensiven Waffe wird. Diese Dynamik zwischen Schutz und Kontrolle ist einer der stärksten Aspekte des Spiels.
Die Erkundung der Spielwelt lohnt sich: Versteckte Sammelgegenstände, Werkzeuge und optionale Gespräche zwischen Amicia und Hugo erweitern das Worldbuilding und die Charakterentwicklung deutlich.
Highlights auf einen Blick
- Visuell auf Generationsniveau: Requiem gehört zu den grafisch beeindruckendsten Spielen seit seinem Erscheinen — besonders die Rattenschwärme mit Tausenden Einzeltieren in Echtzeit.
- Emotionale Geschichte: Die Beziehung zwischen Amicia und Hugo trägt das gesamte Spiel — selten wirkt Geschwisterdynamik in einem Videospiel so authentisch.
- Kein Grind, kein Filler: Requiem hat keine offene Welt im klassischen Sinne — jede Szene ist handgefertigt und auf Erzählung optimiert.
- Guter Schwierigkeitsgrad: Vier Schwierigkeitsstufen erlauben es, den Fokus auf Story oder Herausforderung zu legen.
- Atmosfärisch stärker als der Vorgänger: Requiem nutzt Südfrankreich als neue Kulisse — Kontrast zwischen Schönheit und Horror ist stärker als in Teil 1.
- Alchemie-System: Ressourcen für Mixturen finden und einsetzen gibt dem Schleich-Gameplay eine taktische Tiefe.
Für wen geeignet?
Requiem richtet sich an Spieler, denen Story und Atmosphäre wichtiger sind als Gameplay-Tiefe. Wer gerne The Last of Us gespielt hat, findet hier eine ähnliche Kombination aus emotionalem Gewicht und Third-Person-Action. Das Spiel ist nichts für jemanden, der breite Open-World-Erkundung oder Multiplayer sucht.
Wer A Plague Tale: Innocence nicht gespielt hat, sollte das nachholen — Requiem ist ein direktes Sequel und setzt viele Charakterbeziehungen und Ereignisse voraus. Der Vorgänger ist günstiger und kürzer, liefert aber den nötigen emotionalen Kontext.
Fazit
A Plague Tale: Requiem ist eines der stärksten Einzel-Erzählspiele der letzten Jahre. Es verbessert den Vorgänger in fast allen Bereichen: größere Vielfalt, bessere Grafik, tiefere Charakterarbeit. Wer bereit ist, sich auf eine düstere und emotionale Geschichte einzulassen, findet hier einen der eindrucksvollsten Spielmomente des Jahrzehnts. Bewertung: 9/10